Donnerstag, 22. März 2012

10. Einblick in Arbeitssituation & Ausblick auf verbleibende 4,5 Monate

Und da folgt auch schon der nächste Eintrag, ziemlich exakt einen Monat nach meinem Letzten. Der Monat März verlief - im Vergleich zu anderen Monaten - eher geregelt. Ich beschäftigte mich mit dem Umstellen meiner Arbeitsprojekte und Planen der letzten Monate in der Dominikanischen Republik. (neben den üblichen Wochenendaktivitäten).

Zu meiner Arbeitssituation - ich arbeite momentan an zwei Projekten. Das eine Projekt ist der bereits erwähnte Kindergarten im "sozial schwachen" Viertel Villa Tapias. Dort gehe ich Mittwochs bis Freitags hin um die zwanzigjährige Mitlehrerin (die selber momentan noch im Studium steckt) soweit wie es nur geht zu unterstützen. Die dreizehn Kinder sind meist relativ angenehm zu handhaben, nur ab und an gibt es unschöne Situationen. Wenn mir nach einer kleinen Meinungsverschiedenheit das Kind des lokal ansässigen Drogenhändlers sagt, dass sein Vater "sehr viel stärker" sei und auch eine Waffe besitze, ist das erstmal eine Situation, die man _so_ jetzt nicht aus Deutschland kennt. Auch der Umgang mit den etwas schwierigeren Kindern (Missbrauch et cetera) ist weiterhin nicht ganz einfach für mich, aber unheimlich interessant, da ich enorm viel dazu lerne ("typische" Verhaltensmuster etc.).

Desweiteren macht es enorm Spaß, mit der anderen Lehrerin zu arbeiten, da diese eine ähnliche Motivation wie Ich an den Tag legt. Wir haben die Schaukel wieder in den Gang bekommen, Fotocollagen mit den Namen der Schülern erstellt um die Vokale zu lernen, Ordner für alle Kinder besorgt, "Wetterkarten" erstellt, et cetera pp. Alles nur kleine Sachen, aber es macht Spaß, da ich (im Gegensatz zu den Ökogruppen) meine Ideen hier auch wirklich durchsetzen kann, da ich auf niemanden mehr wirklich angewiesen bin.

So ist es zwar eine gar nicht mal so simple Arbeit (hierhin rennen, da Kind vom Umkloppen anderer Kinder abhalten, da Aufwischen, da einen Streit schlichten), die aber auf anderer Basis sehr, sehr ergiebig ist.


Das zweite Projekt ist eine private Englischschule in Salcedo, in der ich neuerdings Montags und Dienstags unterrichte. Ich hatte mir am Anfang auch die Frage gestellt, ob eine private Schule (-> für besser gestellte Familien) nicht eigentlich kontraproduktiv zum eigentlichen Sinn des Freiwilligendienstes ist. Nach einiger Zeit habe ich jedoch meine Skrupel überwunden und gehe mit sehr viel Freude an die Arbeit. Außerdem gibt es ja noch die schöne neoliberal angehauchte Theorie des "trickle-down"-Effektes (...) ;) . Auch diese kurzweilige Arbeit bereitet mir sehr viel Freude, da ich zum ersten Mal ein ganz bisschen  das Gefühl erahnen kann, wie es sein muss, ein Lehrer zu sein. "Teacher" hier, "Teacher" da - die Kinder sind auf einem ungleichen Level was die Englischkenntnisse angeht, manche haben schon vorgearbeitet, manche hinken hinterher. Da heißt es ein wenig Improvisieren, was mir aber bisher recht gut gelingt, denke ich mir. Mal gucken, wie sich dies entwickeln wird.

Jedenfalls bin ich recht froh, meine Arbeit grundsätzlich neu gestaltet zu haben, da meine erste Arbeit am Anfang des FSJ zwar noch recht interessant war, sich mit der Zeit jedoch mehr und mehr abnutzte und mir zum Schluss an sich nur noch Kopfschmerzen bereitete (mangelnde Schüler, mangelnde Motivation, fehlende Unterstützung et cetera).

Das war es soweit zu meiner Arbeitssituation. Zum Ausblick auf die restlichen viereinhalb Monate - ich habe einiges geplant. 
- In der ersten Aprilwoche werde ich wahrscheinlich mit Monika und zwei weiteren Freiwilligen den Süden des Landes erkunden 
- Am 18. April werde ich nach 7 Monaten meinen Vater wiedersehen. Es steht eine 10-tägige Rundreise in Südamerika an (Rio de Janeiro, Buenos Aires, Santiago de Chile). Ich kann es quasi kaum noch erwarten, meinen Vater endlich wieder zu sehen
- Anfang Juni geht es mit Monika für ein verlängertes Wochenende nach Puerto Rico, um dort ein wenig in die Kultur & Geschichte San Juans einzutauchen
- Und zum schönen Abschluss bekomme ich im Juli noch Besuch von meinen beiden Geschwistern und Avi. Auch auf dieses Wiedersehen freue ich mich bereits wahnsinnig und zähle bereits die Wochen runter, bis ich den dreien endlich "meine" Dominikanische Republik zeigen kann.


Das war es soweit. Einen nächsten Blogeintrag gibt es dann wahrscheinlich Ende April. Bis dahin,

Lars.








2 Kommentare:

  1. Was ist den der 'trickle down'-Effekt? Nie gehört...

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  2. guapo,somos ahora colegas!!! que alegria me da que estes trabajando y tus planes para las vacaciones,fantasticos! Adoro puerto rico y tengo solo buenos recuerdos de la ciudad vieja,la parte nueva es como miami,pero la antigua es pequena ,pero interesante y la "Perla".....que disfrutes tus ultimos meses,un abrazo,tu profe....

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