Ich sitze hier gerade auf der Veranda bei weiter unangenehm schwülen Temperaturen. Zu allem Überfluss hat sich vor 3 Tagen auch noch mein heißgeliebter Ventilator verabschiedet (-> kaputt), was die Schlafsituation nicht unbedingt simpler macht. Dennoch muss man sagen, dass ich mich zumindest ein wenig akklimatisiert habe. Die Mosquitostiche haben meine Beine mittlerweile komplett verschandelt aber auch diese nehmen (glaube ich) ein wenig ab.
Die letzten Tage waren weiterhin vollgepackt und erlebnisreich. So durfte ich am Mittwoch zum ersten Mal mit Kakaopflanzen und Zuckerrohr in Berührung kommen, am Donnerstag in der nächstgrößeren Stadt Santiago de los Caballeros umherwandern, am Freitag im wunderschönen Fluss "Ojo de Agua" schwimmen, Samstag Salcedo am Abend kennen lernen (inklusive irgendwelcher Warnschüsse gegen Mitternacht) sowie gestern das Nachtleben von Villa Tapia ein wenig kennen lernen. Gerade letzteres findet nämlich ein wenig anders statt, als man es von Berlin gewohnt ist. Bevor man sich zu Clubs oder sonstige Aktivitäten aufmacht, trifft sich die gesamte Jugend nämlich nicht bei irgendwelchen Leuten Zuhause oder in einzelnen Gruppen in der ganzen Stadt verteilt, sondern am zentralen Platz ("el parque"), der von Bars, Restaurants und Billardtischen gesäumt ist. Musik wird entweder in den anliegenden Bars abgespielt, oder man wird von den externen & riesigen Autoboxen der SUVs beschallt, die sich vielfach auf dem Platz befinden. Gespielt wird eine relativ angenehme Mischung aus Qdorf-Musik und Reggaeton/Merengue. Man gewöhnt sich eben doch irgendwie an alles. Dass ich mich mal freuen würde, ein David Guetta - Lied zu hören, hätte ich mir vor einem Monat auch noch nicht gedacht. Allgemein ist Musik hier sowieso sehr präsent. Sei es Merengue/Bachata-Musik aus den überall präsenten kleinen Straßenläden oder die House/Electro/Reggaeton-Mischung von den riesigen Lautsprecherboxen der vielen Autos hier. Ob am Fluss, in der Stadt oder Zuhause - Musik nimmt hier meines Erachtens nach einen viel höheren Stellenwert ein als in Deutschland.
Das war es auch erstmal wieder. Ich könnte noch so viel schreiben, sei es über die bereits von mir bemerkten schwierigen Verhältnisse zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik, meine erste Guagua-Fahrt, meine Familienverhältnisse, meine immer noch grausamen Spanischkenntnisse etc. pp. Aber ich merke schon, wie meine Motivation diesen Blog zu betreiben - wie erwartet - leicht sinkt. :) Außerdem prasseln hier in den ersten Wochen noch so viele Eindrücke auf einen ein, dass es noch ein wenig dauern wird, bis man diese eingeordnet und verarbeitet hat. Desweiteren will man ja auch nicht seine fleißigen Leser (vielen Dank für die vielen positiven Kommentare bei facebook/im Kommentarbereich/per Email et cetera) mit zuviel Text vergraulen.
DUDE! DAVID GUETTA RULZ!!
AntwortenLöschenhttp://www.youtube.com/watch?v=btypPwyjFIU
Judith und ich fragen uns: Warum hast Du einen Stern in deiner neuen weit entfernten Heimat, wenn er gar so fürchterlich ist? Na, na???
die große Schwester
PS Die 10minütige Hetzjagd kann ich mir bildlich vorstellen...und erfreue mich daran.